Die zwei großen Sorten
Es gibt über 60 Arten von Kaffeebäumen, aber zwei Kaffeearten dominieren heute: Coffea arabica und Coffea robusta Arabica gilt als die feinere Sorte. Ihren Namen hat sie erhalten, als die Araber sie im 15. Jahrhundert von Ostafrika nach Arabien brachten. Die Robusta enthält ungefähr doppelt so viel Coffein wie die Arabica-Bohne, hat aber wesentlich weniger Aroma.
Daher schwärmen die Kaffeeliebhaber mehr für die Arabica-Bohne, welche ca. 70 Prozent des Weltmarktes ausmacht. Aber immerhin steuert die Robusta noch fast 30% bei und ein kleines Prozent wird von den restlichen Kaffeebohnen gebildet.
Die beiden Hauptvarietäten unterscheiden sich äußerlich recht gut. Arabica ist etwas länger als Robusta und besitzt in der Bohnenmitte einen geschwungenen Einschnitt. Robusta hingegen hat eine geschwungene Form, einen geraden Einschnitt und ist wiederstandsfähiger gegen Parasiten, Pflanzenkrankheiten und Hitze. Hinzu kommt noch, dass ihre Reifezeit nur sechs bis acht Monate beträgt. Arabica braucht neun bis elf Monate.
Wegen des problemloseren Umgangs schätzt der Farmer die Robusta. Der Kaffeekenner aber liebt die Arabica. Was tun? Die Biologen versuchten zu kreuzen, was das Zeug hält. Doch trotz kostspieliger Bemühungen alle möglichen Pflanzenschulen bleibt das Aroma der reinen Arabica bis heute unerreicht.
Der Großteil der nach Deutschland importierten Rohkaffees kommt aus dem kolumbianischen Hochland, das optimale Voraussetzungen für beste Kaffees bietet. Die kolumbianische Qualität wird nur von kenianischen Spitzensorten übertroffen. "Kenias", so werden sie von Experten genannt, werden nur in relativ geringen Mengen geerntet und gehören zu den teuersten Kaffeesorten der Welt. Der Grund für das bessere Aroma in den Hochlagen ist einfach zu erklären. Die Bohne braucht mehr Zeit für ihre Reife, hat aber auch gleichzeitig mehr Zeit sich heraus zu bilden. Längeres Warten wird also mit viel mehr Geschmack belohnt.
Arabica, der Vater aller Kaffeebohnen
Die Urheimat des "Coffee Arabica" ist das jetzige Kaiserreich Abessinien (Äthiopien), wo es in der Unwegsamkeit des Hochgebirges heute noch eine große Anzahl wilder Kaffeebäume gibt. Unter der Bevölkerung des Landes ist der Kaffeegenuß sicher seit grauer Vorzeit bekannt gewesen, zum ersten Mal in der Geschichte erwähnt wird Kaffee allerdings erst um 1450. Zu dieser Zeit brachten mohammedanische Pilger aus dieser Region bei ihren Besuchen am Grabe des Propheten das Getränk "Kava" nach Medina. 1640 existierten dann Plantagen an den westlichen Küstenzonen Arabiens, dem heutigen Jemen. Von den Hafenstädten Dschidda und Mokka, (daher auch der Name, heute wird damit ja stark gerösteter Kaffee bezeichnet), aus trat der Arabica seinen Siegeszug in die Tropenregionen der Erde an. Erst 1896 erfolgte der Anbau in Kenia, Uganda und Tanganjika und von da aus in weiteren Regionen des schwarzen Kontinents.
Um 1630 kam die Arabica-Bohne nach Java und Sumatra. Im Jahr 1714 erhielt König Ludwig der XIV. zwei mannshohe, lebende Arabica-Bäume als Geschenk aus Java, die er in den Treibhäusern von Versailles weiterzüchten ließ. Ableger davon gelangten wenige Jahre später auf die französischen Inseln Martinique und Guadeloupein der Karibik, wo sie den Grundstock zu einer sich rasch entwickelnden Kaffeewirtschaft legten. Von diesen beiden Inseln "über dem Winde" breiteten sich die Arabica-Kulturen nach Süd & Mittelamerika aus. Brasilien ist heute das mit Abstand größte Anbaugebiet der Welt. Seit dem Jahre 1727 wird hier Kaffee angebaut. Er kam von der Insel Martinique hierher und wurde zunächst im Norden angebaut. Im Jahre 1876 fand man in der Nähe des brasilianischen Landstädtchens Maragojipe die, durch Mutation entstandene, besonders großbohnige Unterart des Arabica-Kaffees, der Maragogype, welcher von hier aus auch den Weg nach Mittel-Amerika und nach Afrika fand.
Die Anbauhöhen liegen in den Tropen in 800 bis 2000 Metern (Hochlandkaffee), in den subtropischen Gebieten Brasiliens bei 400 bis 850 Metern. Arabicas sind anspruchsvolle Pflanzen, die nicht so leicht zu kultivieren sind wie die "Robustas". Sie stellen hohe Anforderungen an Bodenbeschaffenheit, Klima usw.
Geschmack: Arabicas haben eine feine Säure, einen runden, ausgewogenen Geschmack und ein ausgeprägtes
Aroma. Natürlich gibt es große Unterschiede in der Qualität, je nach Herkunft und Preis, aber nur ein Arabica-Kaffee kann ein wirklicher Top-Kaffee sein. Unsere Hochland Arabica-Kaffees sind durch ihre feine, milde Säure auch für empfindliche Kaffeetrinker sehr gut geeignet, vor allem die mittel-und südamerikanischen Sorten.Zu den besten Sorten zählen Kaffees aus Kenia, Guatemala, Kolumbien und Costa Rica. Diese Kaffees haben eine völlig eigene, geschmackliche Charakteristik, z. B. schmecken Guatemala-Kaffees von der Plantage »Ramos« schokoladig, während Kaffees vom Mt. Kenya in Afrika einen knorrigen, kräftigen Geschmack haben. Man kann mit viel Erfahrung auch Anbaugebiete »erschmecken«. Das ist bei all den vielen Krönungen und Auslesen und Goldmischungen völlig in Vergessenheit geraten. (Es ist auch immer wieder eine amüsante Beobachtung, daß viele Leute denken, daß der Kaffee gar nicht als Bohne wächst, weil sie ihn nur noch im gemahlenen Zustand kennen).
Robusta, das Mauerblümchen
Herkunft: Als Robusta wird eine Unterart der Gattung "Coffea" bezeichnet, unabhängig von der geographischen Lage seiner Anbaugebiete. Verglichen mit der fast adelig zu nennenden Abstammung der Arabicas ist der Robusta ein Emporkömmling, den der belgische Botaniker Emile Laurent erst 1898 im Großen Kongobogen entdeckte. Es gelang, ihn leicht und einfach zu kultivieren, er war raschwüchsig, ertragreich, bescheiden in seinen Ansprüchen an Boden und Klima, resistent gegen Krankheiten und Schädlingsbefall, kurzum: genügsam und robust, daher sein Name (er hätte also durchaus auch ein Schwabe sein können). Außerdem ist er ein reines, typisches Tieflandgewächs und hat aus diesem Grund etwa in Süd- und Mittelamerika nie recht Fuß fassen können. Hier dominiert eindeutig der Arabica-Kaffee.
Geschmack: Kräftig, säurebetont, durch die genügsamen Wachstumsbedingungen "robust" im Geschmack, gilt er nicht als Topkaffee. Robusta wird meist gemischt, um eine geschmackliche Verbesserung zu erzielen oder findet, wie bei uns, als Espresso Verwendung. Ein guter Robusta-Kaffee ergibt einen exzellenten Espresso. Durch den hohen Säureanteil dieser Kaffeeart bekommt der Espresso seinen ganz charakteristischen Geschmack. Besonders gute Robustas kommen aus Afrika und zwar aus Angola, Kamerun und Uganda.
Ihr Weg zum Kaffee-Baron
Anleitung: Die grüne Bohne in gute, mit Sand vermischte, Erde mit der flachen Seite nach unten so eindrücken, daß sie etwas mit Erde bedeckt ist. Dann warm stellen, es sollten immer zwischen 15 und 20 Grad C herrschen; gut feucht, aber nicht naß! halten. Nach ca. 2 Monaten dürfte sich der Keimling so weit entwickelt haben, daß sich die Pergamentschale öffnet und die ersten Blättchen zum Vorschein kommen. Jetzt wird der er in einen Blumentopf verpflanzt. Dieser Topf sollte im ersten Jahr mindestens 15 cm Durchmesser und 30 cm Tiefe haben. Je nach Wuchs muß die Pflanze entsprechend umgetopft werden. Öfters kleinere Mengen Volldünger geben. Die Kaffeepflanze mag naturgemäß viel Sonne, aber bitte langsam daran gewöhnen. Den Topf niemals Temperaturen unter 5 Grad C aussetzen.