Die Filtertüte - Ein neuer Geschmack entsteht.

Nach einer ca. 300 Jährigen europäischen Kaffee-Kultur war es eine Dresdner Hausfrau leid ihrer Familie immer bitteren Kaffe mit Kaffeesatz zu servieren. Ihr Name: Melitta Bentz. Also begann sie zu experimentieren. Ihre Idee: der Kaffe müsste irgendwie gefiltert werden. Sie versuchte unterschiedliche Materialen, bis sie herausfand, dass das Löschpapier aus dem Schulheft ihres ältesten Sohns am besten funktionierte. Dieses legte sie auf den Boden eines Messingtopfes, den sie durchlöchert hatte, um ihn als eine Art Sieb zu nutzen: der erste Kaffeefilter.

Verpackung - 1925Melitta Bentz hatte somit einen Filter erfunden, der einen satzfreien Kaffee lieferte. Daß die Erfinderin Dresdnerin war, erschien dabei geradezu erstaunlich, galten doch gerade die Sachsen wegen ihres unbekömmlichen »Blimchenkaffees« als Kaffeebanausen.

Dann ging alles weitere recht schnell. Am 20. Juni 1908 wurde ihr Kaffeefilter – er war noch etwas verfeinert worden: 13 Zentimeter hoch mit einem Ausguß und einem Einsatz für Kaffeefilter – patentiert. Am 15. Dezember desselben Jahres gründete Sie die Firma M. Bentz.

Verpackung - 1932Im nächsten Jahr verkaufte Melitta und ihr Mann Hugo auf der Leipziger Messe bereits 1200 Stück der neuartigen Filter. Seit 1912 stellte die Firma Bentz auch ihr eigenes Filterpapier her. 1937 wurde die Filtertüte erfunden. Und wenn schon im Kaffeegeschäft dann auch richtig. Und so verkaufte seit den 60er Jahren Melitta auch Kaffee.

Verpackung - 19371962, nach vielen Jahren der Forschung nach der »noch besseren Tasse Kaffee« wurde entdeckt, daß Sauerstoff dem gerösteten Kaffee Geschmack entzieht. Die Vakuumverpackung entstand.

Da sich aber auch der Kaffee immer mehr von dem aus dem Jahre 1908 zu unterscheiden begann – bessere Röstungen, verfeinerte Auswahl – oder waren es nur die Treiber des Fortschritts und die Suche nach der weiteren Mark? – führte Melitta 1989 die Filtertüten® mit Aromaporen ein: Sie ermöglichten, dass die Aromastoffe - im Kaffee gibt es über 800, zum größten Teil noch unbekannte - mit dem heißen Wasser den Filter passieren können, die Bitterstoffe und cholesterinfördernde Stoffe herausgefiltert werden und nicht in den Kaffee gelangen.

Auch führte Melitta im gleichen Jahr naturbraunes Filterpapier aus ungebleichten Zellstoffen ein, die in intensiven Waschgängen besonders gereinigt werden, um den hygienischen Standard des gebleichten Zellstoffs zu erreichen. Bei der Herstellung dieses Rohstoffes verzichtet die Zellstoff-Industrie auf jegliche Bleiche und trägt somit zu einer maximalen Entlastung ihrer Abwässer bei.
 

Verpackung - 1992Da sich aber auch der Kaffee immer mehr von dem aus dem Jahre 1908 zu unterscheiden begann – bessere Röstungen, verfeinerte Auswahl – oder waren es nur die Treiber des Fortschritts und die Suche nach der weiteren Mark? – führte Melitta 1989 die Filtertüten® mit Aromaporen ein: Sie ermöglichten, dass die Aromastoffe - im Kaffee gibt es über 800, zum größten Teil noch unbekannte - mit dem heißen Wasser den Filter passieren können, die Bitterstoffe und cholesterinfördernde Stoffe herausgefiltert werden und nicht in den Kaffee gelangen.

Auch führte Melitta im gleichen Jahr naturbraunes Filterpapier aus ungebleichten Zellstoffen ein, die in intensiven Waschgängen besonders gereinigt werden, um den hygienischen Standard des gebleichten Zellstoffs zu erreichen. Bei der Herstellung dieses Rohstoffes verzichtet die Zellstoff-Industrie auf jegliche Bleiche und trägt somit zu einer maximalen Entlastung ihrer Abwässer bei.

Verpackung - 1989Die Einführung des naturbraunen Filterpapiers brachte eine vorsichtige Nachfrage mit sich. Das saubere Weiß erfreute sich aus dem krankhaften Hygieneempfinden immer noch einer hohen Nachfrage. Marktuntersuchungen hierzu ergaben, dass ein Drittel der Verbraucher weißes Filterpapier wegen seines hygienischen Aussehens schätzt (und lieber eine versifte  Umwelt in Kauf nehmen – man sieht halt nicht über den Jägerzaun des eigenen Vorgartens hinaus). Erfreulich ist deshalb, dass es Melitta in Zusammenarbeit mit den Zellstoffherstellern gelang 1992 ein neues Bleichverfahren zu entwickeln, um weißes Filterpapier ohne Bleichmittel mit chlororganischen Verbindungen herzustellen: das sauerstoffgebleichte Filterpapier.

Verpackung - 1997

Das Aromaflies®-Papier

1997 dann der nächste entscheidenden Schritt: Melitta hat die vollflächige Perforation des Filterpapiers entwickelt und zum Patent angemeldet: Das Aromaflies®-Papier. Es läßt die gelösten Genußstoffe des Kaffees durch und hält trotzdem zuverlässig die unerwünschten Kaffeemehlteilchen zurück. Der Verbraucher kann diese neu entwickelte Struktur sehen und fühlen.

An dieser Stelle spreche ich meine herzlichsten Glückwünsche dazu aus. Sehen und fühlen scheint immer irgendwie wenigstens wirklich zu sein. Obwohl mir – aber das ist ein anderes Thema – immer noch nie einer erklären konnte, was das TAED-System beim Waschmittel ist. Aber der Verbraucher ist ja gutgläubig und alles geschieht zu seinem Besten und dem einzigartigen Geschmack. Gerne würde ich ja einmal eine kleine Zeitreise unternehmen und eines der Kaffeehäuser der damaligen Zeit besuchen. Ob der von Umweltgiften freie und mit gutem Trinkwasser zubereitet Kaffee auch nur annähernd an den heutigen Geschmack heran kommt? Doch diese Frage werde ich wohl nur in einer Reinkarnationstherapie lösen können.

Naturverbunden - BambustütenAbschließend sei noch die - ich denke wirklich neue - Filtertüte aus Bambus erwähnt. Kleine Landwirtschaftliche Betriebe - so sagt Melitta - liefern das Rohmaterial. Also keine großen Flächen mit Monokulturen, sondern Familienbetriebe. Und so wird ein Rohstoff genutzt, der schnell nachwächst und wie gewohnt kompostiert wieder in den natürlichen Kreislauf eingeht. Toll.