Vom Kaffeebaum zur Aromabohne

Rohkaffee ist eines der bedeutendsten Welthandelsgüter. Für viele Staaten ist er der wichtigste landwirtschaftliche Exportartikel. Als Ausgangsprodukt aller Röst- und Löslichen Kaffees sind die kleinen Kaffeebohnen von großem wirtschaftlichen Interesse für Erzeuger- und Konsumentenländer. Kaffee steht nach Erdöl an zweiter Stelle des Welthandels, etwa 100 Millionen Menschen leben von Kaffeeanbau, der Verarbeitung und dem Kaffeehandel.

Kaffeebäume zählen zur botanischen Klasse der Rubiaceen die in unseren Breiten durch Labkraut und Waldmeister vertreten sind. Sie werden zwischen dem 25. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators, im sogenannten Rohkaffeegürtel, angepflanzt. Die großen Erzeugerländer liegen in Mittel- und Südamerika, Zentralafrika und Asien. Selbst exotische Länder wie Indonesien, Thailand oder Indien steuern einen guten Teil zur weltweiten Kaffeeproduktion bei. Einer der bedeutendsten Erzeuger ist Brasilien mit ca. 30 Prozent, gefolgt von Kolumbien und den afrikanischen Staaten.

Bevor man nun zu seiner Tasse Kaffee greift, sollte man sich aber einiges bewusst machen. Der schwarze Aufguss, der dort vor einem in der Tasse steht, stammt aus den gerösteten und gemahlenen Kernen von Kaffeekirschen, der eigentlichen Frucht des Kaffeebaumes. In jeder Frucht befinden sich zwei Samen (Kerne oder Bohnen).

Die Botaniker sehen im Kaffeebaum etwas sehr besonderes. Die Kaffeehändler würden es lieber nicht sehen. Denn die Pflanze kann zur gleichen Zeit blühen wie auch Früchte tragen. So findet man Blüten - in Duft und Aussehen erinnern sie etwas an Jasmin - mit den bunten Kaffeekirschen zusammen, die auch in allen möglichen Reifestadien – meistens also von Grün über Gelb zu Rot – vorhanden sind. Überreif wandelt sich die rote zur schwarzen Kaffeekirsche.

Würde man Kaffeepflanzen frei wachsen lassen, dann hätte man nach Jahren einen Baum von sechs bis zehn Metern im Garten stehen. Da dies aber zum pflücken sehr umständlich ist, werden die Kaffeebaume zwischen eineinhalb und drei Metern gehalten.

Als Samen dienen ausgewählte Zuchtpflanzen. Von ihnen werden die Bohnen gewonnen und nach ca. acht Monaten entwickelt sich ein Pflänzchen aus der Bohne. Daher wird Kaffee auch durch Stecklinge vermehrt.

Nach drei Jahren kann man dann langsam mit der Ernte beginnen. Der Ertrag liegt dann in den guten Zeiten bei so ca. fünf bis acht Kilogramm Kaffeekirschen, aus denen man dann stolze ein bis zwei Kilogramm Kaffeebohnen gewinnt.
 
 

Kaffee - Eine Anspruchsvolle Pflanze

Im Jahre 1975 brach nach einer Frostwelle in Brasilien die Kaffeeernte zusammen. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind für die Kaffeepflanze tödlich und bedeuten für den Plantagenbesitzer drei Jahre ohne Ernte leben zu müssen Die Kaffeepflanzen vertragen nur ein ausgeglichenes, aber warmes und feuchtes Klima mit möglichst geringen Temperaturschwankungen (am besten gleichbleibende Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius). Unwetter vertragen die Kaffeepflanzen kaum: Hagel, Wirbelstürme, extreme Temperaturen, Frost, andauernde Trockenheit oder starker Regen gefährden ihre Früchte und Blätter und damit den Ernteertrag.

Darüber hinaus schätzt die wärmeliebende Pflanze die Sonne – aber nicht die direkte Sonneneinstrahlung, daher werden Bananenbäume zwischen die Pflanzen gesetzt, und dank ihres dichten und großen Blätterdaches arbeiten sie dann als Schattenspender.

Was auch noch gegen den heimischen Garten spricht ist, dass die Kaffeebäume am besten in einer Höhenlage zwischen 600 bis 1.500 Metern Höhe gedeihen. (Einige robustere Sorten wachsen auch auf niedrigeren Lagen). Der Boden, den sie benötigen, sollte locker und humusreichen sein (vorzugsweise vulkanischen Ursprungs).

Das optimale Verhältnis von Temperatur und Niederschlägen gehört zu den wichtigsten Faktoren für ein natürliches und ertragreiches Wachstum. Anders als bei uns kommen die Blüten – die späteren Kaffeesamen – nicht im Frühling sondern nach jeder Regenperiode. Jeder Regen bringt den Baum nach ca. vierzehn Tagen zum Erblühen. Als anspruchsvolle Pflanze bedarf der Kaffeebaum somit intensiver Pflege.